Sonntag, 15. Januar 2017

Mitten im kalten Winter von Arvid Heubner

Dieses E-Book wurde mir vom Autor über www.rezi-suche.de vermittelt und für die Rezension zur Verfügung gestellt, vielen Dank.


Quelle: www.amazon.de
Mehrfachmord in frostiger Umgebung: Ein Lehrer und eine kleine Gruppe Schülerinnen kehren Mitte Jänner von einer Einkehrfahrt nicht zurück. Tinus Geving, ehemaliger Europol-Ermittler mit schwieriger Vergangenheit und dem Herz am rechten Fleck, wird vom LKA darauf angesetzt, Täter und Motiv zu finden. Seine SOKO rüttelt den Ort Kreisstadt und das nahegelegene Mädcheninternat Eichenburg gehörig durch und die Polizisten stechen dabei in zahlreiche Wespennester. Manche davon, wie die ehrgeizige und skrupellose LKA-Chefin, Anninka Kresch, sind ihnen mehr oder weniger bekannt, andere hätten sie nicht einmal in ihren Träumen so vermutet.

Arvid Heubner lässt das Verbrechen scheinbar zum falschen Zeitpunkt passieren, steht doch eine umstrittene Gesetzesänderung kurz vor der Abstimmung, die den Bundesstaat Sachsen-Anhalt in
einen – so die Gegner – Polizeistaat umwandeln soll. Während der Ermittlungen treten tiefste politische und menschliche Abgründe zutage und eine scheinbar „harmlose“ Krimigeschichte entfaltet sich zu einem Plot, der ganz nebenbei die aktuelle weltpolitische und innenpolitische Lage vieler Länder erschreckend ehrlich widergibt – zum Glück völlig fiktiv, wie man nur hoffen kann.
Der Poker um Macht, Geld, Einfluss und persönlichen Vorteil hinterlässt einen schalen Geschmack. Nicht, weil er überzeichnet wäre oder langweilig, sondern weil die Geschichte großteils einen solch tragischen, gruseligen Realismus an den Tag legt, dass man sich verzweifelt wünscht, das Buch – oder auch nur im Ansatz Ähnliches - möge niemals Realität werden. Absolut fesselnde Krimiunterhaltung!
Passend sind auch die diversen Zitate und weisen Worte, mit denen Heubner das eine oder andere Kapitel einleitet. Ein wenig zusammenhanglos erschienen mir die Einschübe zu menschlichen „Sünden“ und Emotionen, wie Rache, Zorn, Völlerei und anderen. Natürlich handeln die Charaktere so, aber niemand ist komplett frei davon und die Abhandlungen zu den Begriffen beginnen jeweils beim sprachlichen Ursprung und enden mit aktueller Kritik am politischen Tagesgeschehen oder an Personen. Für mich würde das Buch ohne diese Einschübe nichts an Qualität verlieren.

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