Sonntag, 30. September 2018

Vier.Zwei.Eins. von Erin Kelly

Dieses Buch habe ich auf wasliestdu.de für eine Leserunde gewonnen.

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Die Basisstory ist schnell erzählt: Ein junges glückliches Pärchen wird Zeuge einer Straftat die vor Gericht geht. Das Ereignis und sein Rattenschwanz werfen Laura und Kit ziemlich aus der Bahn. Die Entwicklung der Ereignisse hinterlässt vor allem bei Laura Spuren, die sich auch mit Beth, dem Opfer anfreundet.

Die Ereignisse damals werden von Kit und Laura als Rückblick geschildert, abwechselnd mit Episoden aus der Gegenwart. 15 Jahre sind seit Prozessende vergangen. Jeder der vier Hauptbeteiligten (die drei genannten und der Täter) verarbeitet die Dinge anders, vieles bleibt ungesagt.

Man hätte die Geschichte auch ganz anders aufbauen können, aber Erin Kelly entschied sich dafür, die jeweiligen Blickwinkel und Gedanken sehr eindringlich und ungefiltert auf den Leser einprasseln zu lassen.

Freitag, 28. September 2018

Seekoller von Christiane Kördel

Dieses Buch habe ich von der Autorin als Rezensionsexemplar bekommen. Vielen Dank!

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Achtung, Ines Fox ist wieder unterwegs! Das bedeutet für einen oder mehrere Charaktere eigentlich immer den Tod, was sonst. Auch im dritten Band der Reihe müssen Leute im schönen Konstanz am Bodensee dran glauben.

Ines hat diesmal ganz offiziell Urlaub, was es ihrer neugierigen Nase noch einfacher macht, sich einzumischen, wo sie nicht sollte. “Seekoller” ist zwar nicht der erste Band, der den rothaarigen Hundeliebhaber und Schokofan ins Ausland führt, allerdings geht es diesmal so weit weg wie noch nie.

Auch aufgrund Ines’ großer Reise haben alte, liebgewonnene Charaktere hier etwas weniger Auftrittszeit als vielleicht früher. Dafür gibt es ein neues Highlight: auf englisch geführte Gespräche, die von Christiane Kördel auf deutsch niedergeschrieben wurden. Das liest sich jetzt seltsam, ist 
aber im Buch absolut grandios gelöst, ist es nicht?

Mittwoch, 26. September 2018

Bluthaus von Romy Fölck

Dieses Buch habe ich auf lesejury.de für eine Leserunde gewonnen.

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Fall zwei für Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn führt die beiden an einen der nördlichste Zipfel Deutschlands. Wo die Möwen kreischen und die Dänen grüßen scheint der Schlüssel zu Haverkorns aktuellem Fall zu liegen. In der Elbmarsch, nicht weit von Fridas Elternhaus, wird eine Frau erstochen aufgefunden. Die Polizei tappt im Dunkeln, bis sie auf den Beruf der Toten stoßen...

Wie schon bisher verknüpft Romy Fölck Ereignisse aus der Vergangenheit mit der Gegenwart und wechselt die Abschnitte unregelmäßig. Das gibt der Geschichte immer wieder neuen Zündstoff und wirft mehr Fragen auf, als beantwortet werden.

Donnerstag, 20. September 2018

Arrowood von Mick Finlay

Dieses Buch habe ich vom Verlag als Rezensionsexemplar bekommen. Vielen Dank!

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Ein ganz wunderbar historischer Krimi ist dieser Roman nicht nur für Fans von Sherlock Holmes. Dieser bekommt in dem temporeichen, mit britischem Humor gewürzten Spannungsgericht im Jahr 1895 auch ordentlich sein Fett weg.

Obwohl selbst nie präsent, ist er doch Mr. William Arrowoods “Erzfeind”. Arrowood, auf seine Weise so charismatisch wie der berühmtere, ist ebenfalls Privatdetektiv und lässt sich von seinem persönlichen Watson, Norman Barnett, unterstützen. Ganz im Stil der Holmes-Romane ist es auch hier Barnett, der den Krimi aus der Ich-Perspektive erzählt.

Eine junge Frau ersucht Arrowood um Hilfe, da sie ihren Bruder vermisst. Sie befürchtet, dass er Ärger bei seiner Arbeitsstelle hatte.

Montag, 10. September 2018

Die letzte Terroristin von André Georgi

Dieses Buch habe ich vom Verlag als Rezensionsexemplar bekommen. Vielen Dank!

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Wer den etwas raueren Erzählton zu Beginn nicht so mag, keine Angst: er setzt sich nicht in dieser Art fort. Ganz im Gegenteil: der spezielle Stil tritt zugunsten von wunderbaren Stimmungsbildern und Beschreibungen von Umgebung und Personen etwas zurück. Vermutlich wollte man die Leseprobe hier etwas schärfen.

Der Autor kombiniert hier meisterhaft Deutschlands reale Ereignisse und Charaktere aus der Zeit nach der Wende mit fiktiven Elementen. Er verändert die Namen bekannter Persönlichkeiten, jedoch wenig am geschichtlichen Ablauf. Daher der Tipp: erst nach dem Ende des Buches genauer recherchieren, was nun exakt wann und wo passiert ist, sonst könnte man sich Teile des Thriller vorwegnehmen.

Samstag, 8. September 2018

Slow Horses von Mick Herron

Dieses Buch habe ich auf vorablesen.de gewonnen.

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Aus großartigem Thrill zum Einstieg, der einen atemlos zurücklässt, wird danach ein eigenwilliger britischer Geheimdienst-Krimi. Um das Buch weiterhin zu genießen, darf man da dem Anfang nicht zu sehr hinterhertrauern. Die Geschichte die dann beginnt ist gut, unterhaltsam und dreht sich um (ehemalige) Mitglieder des Geheimdienstes die alle auf ihre Art Fehler machten und dafür aufs Abstellgleis, ins Slough House, kommen.

Zwischen den aktuellen Entwicklungen um einen politischen Entführungsfall stehen die abgehalfterten Top-Agenten im Fokus. Mit viel Gefühl und Ausdauer zeichnet der Autor die so unterschiedlichen Charaktere, die wenig gemeinsam haben und dennoch alle im gleichen Boot sitzen. Er zeigt anschaulich, dass auch die von außen schroff und professionell wirkenden Persönlichkeiten so ihre Päckchen zu tragen haben, ohne um Mitleid zu buhlen.

Sonntag, 2. September 2018

Die Tote im Wannsee von Lutz Wilhelm Kellerhoff

Dieses Buch habe ich auf vorablesen.de gewonnen.

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Beklemmend aber auch humorig beschreibt das Autorentrio, das ein gemeinsames Pseudonym hat, das Berlin von 1968. Gefühlt ist das Kriegsende noch nicht lange her, haben die Bewohner mit einer neuen Einschränkung zu kämpfen, die Stadt ist durch Mauerwerk und Drahtzaun geteilt. Dieser Faktor spielt auch im Kriminalfall eine wesentliche Rolle. Die Situation West gegen Ost beeinflusst das Arbeits- und Alltagsleben der Protagonisten.

Wolf Heller, ein Kriminalpolizist mit Ehrgefühl und Gerechtigkeitssinn, stößt in diesem System immer wieder auf Widerstand. Er soll den Fall einer ermordeten Frau klären, deren Mann plötzlich verschwunden ist. Eine Familientragödie nimmt ihren Lauf und die Kollegen sehen dabei zu. Diese Ermittlung birgt mehr Brisanz als Heller zunächst vermutet.