Sonntag, 28. Juli 2019

Opfer von Bo Svernström

Dieses Buch habe ich auf vorablesen.de gewonnen.

(c) hobbyrezensentin.blogspot.com
Debüt-Schweden-Thriller sind meist etwas sehr Spannendes für die Fans skandinavischer Krimis und Thriller. Dazu zählt auch “Opfer”. Der Titel passt zwar sehr gut, allerdings hätte sich dieser Thriller von Bo Svernström einen etwas unverwechselbareren Namen verdient.

Auch wenn der Leser zwischendurch etwas mehr erfährt als Ermittler Carl Edson und sein Team, weiß die Geschichte dennoch an mehreren Ecken zu überraschen. Man hat genug Zeit, eigene Schlüsse zu ziehen und sich dann überraschen zu lassen, was davon stimmt.

Svernström hat mit seinen Hauptfiguren abwechslungs- und facettenreiche Charaktere geschaffen, denen man ihre Geschichten und Einstellungen durchaus abnimmt.

Freitag, 26. Juli 2019

Rotwild von Roman Voosen und Kerstin Signe Danielsson

Dieses Buch habe ich aus dem schier unerschöpflichen Büchervorrat befreit. Da aktuell der siebte Band aus der Serie erschienen ist, habe ich beschlossen, mal von vorne zu beginnen und mich dem Ermittlerduo chronologisch anzunähern. Band 1 war schon an der Reihe.

(c) hobbyrezensentin.blogspot.com
Ein grausiger Leichenfund bringt die Ermittlerinnen Ingrid Nyström und Stina Forss für ihren zweiten Fall wieder zusammen. Ein Lehrer wurde ermordet, es sieht nach einem Ritual aus, ein religiöses Motiv scheint möglich. Doch es bleibt nicht dabei.

Scheinbar wahllos werden in ganz Schweden verteilt Menschen ermordet, immer unter etwas anderen Umständen, aber es scheint einen Zusammenhang zu geben. Die Hintergründe, die Geschichten, Lebensläufe der Opfer sind schwer und nur langsam zu ermitteln.

Deshalb bleibt auch genug Zeit für ein paar entspanntere Abschnitte, um die Protagonisten besser kennenzulernen, auch wenn es natürlich hilfreich ist, den Vorgänger “Später Frost” zu kennen.

Mittwoch, 24. Juli 2019

Der Schrei des Engels von Mons Kallentoft und Markus Lutteman

Dieses Buch habe ich vom Verlag zur Rezension bekommen. Vielen Dank.

(c) hobbyrezensentin.blogspot.com
Das Duo Mons Kallentoft und Markus Lutteman ist in dieser Formation ein letztes Mal* mit Zack Herry zurück. Der streitbare Stockholmer Ermittler einer Sondergruppe ist diesmal in einem der schwierigeren Vororte im Einsatz. Stallhagen beherbergt viele Flüchtlinge in günstigen Wohnungen, die Arbeitslosigkeit ist hoch und nach und nach gibt die offizielle Hand diesen Teil auf.

Bis auf eine Person: Helene Svensson. Sie kämpft als Sozialarbeiterin für die Menschen in Stallhagen, hilft bei Behördengängen und hat immer ein offenes Ohr. Doch plötzlich scheint sich “ihr” Stadtteil gegen sie zu wenden.

Zack und seine Kollegin Deniz machen sich auf die Suche nach Helene und erleben dabei allerlei skurrile wie gefährliche Episoden zwischen den heruntergekommenen Häusern.

Montag, 22. Juli 2019

R.I.P. von Yrsa Sigurdardottir

Dieses Buch habe ich auf vorablesen.de gewonnen.

(c) hobbyrezensentin.blogspot.com
Die isländische Krimireihe mit den Drei-Buchstaben-Titeln hat eine neue Fortsetzung. Kommissar Huldar und Kinderpsychologin Freya ermitteln dieses Mal in einem verzwickten Fall rund um Mobbing unter Schülern, der auch Jahrzehnte zurückreicht.

Die erste Hälfte des Buches plätschert - abgesehen von den Tatszenen - eher dahin, aber in der zweiten Hälfte entsteht dann schon eher das gewohnte pageturner-Gefühl. Viele beteiligte Personen und eine Reihe an Verdächtigen fordern aber auch ihren Tribut was in relativ viele Befragungs- und Verhörszenen mündet.

Und trotz der fieberhaften Jagd nach dem Mörder bleibt auch noch Zeit, ein paar Blicke ins Privatleben der Protagonisten zu werfen, wenn auch nicht so intensiv wie in den Vorgängern, meiner Meinung nach.

Freitag, 5. Juli 2019

Später Frost von Roman Voosen und Kerstin Signe Danielsson

Dieses Buch habe ich aus dem schier unerschöpflichen Büchervorrat befreit. Da aktuell der siebte Band aus der Serie erschienen ist, habe ich beschlossen, mal von vorne zu beginnen und mich dem Ermittlerduo chronologisch anzunähern.

(c) hobbyrezensentin.blogspot.com
Da dies ein Schwedenkrimi ist, nimmt zu Beginn des Buches wohl niemand groß Notiz vom Titel. Klar, die Handlung spielt im Februar, es ist natürlich kalt in Växjö, wo Stina Forss, gerade aus Berlin angekommen, ihre neue Stelle antritt. Als in der Mitte des Krimis wesentliche Elemente des Falls ans Tageslicht kommen, bekommt der Titel allerdings eine doppelte Bedeutung. (Wer das Buch schon kennt - oder es nach dieser Rezension noch lesen will, lasse mich bitte wissen, ob es ihm/ihr auch so ging.)

Aber zur Handlung: Stina fügt sich als die Neue erstaunlich gut in die bunte Truppe ein, die Kommissarin Ingrid Nyström leitet. Stinas erster Fall in Schweden ist auch Ingrids erster als Chefin. Sie sollen den Mord an einem zurückgezogen lebenden Biologen mit britischen Wurzeln klären. Er wurde scheinbar gefoltert, zudem gibt es Blutspuren, die nicht seine sind.

Mittwoch, 3. Juli 2019

Die Frau aus Oslo von Kjell Ola Dahl

Dieses Buch habe ich auf lesejury.de in einer Leserunde vorab gelesen.

(c) hobbyrezensentin.blogspot.com
Der Großteil der Handlung dieses Skandinavien-Krimis, die vor allem in Oslo und Stockholm angesiedelt ist, spielt um 1942 und 1967. Wir begleiten mehrere Hauptpersonen in diesen Jahren, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Ester, engagierte Widerstandskämpferin und Jüdin, flieht nach Schweden und verliert ihre Familie an die Nazis. Sie hilft weiterhin Flüchtenden und spioniert gegen Deutschland.

Zur selben Zeit geschieht ein Mord, Esters beste Freundin stirbt. 1942 haben nicht viele Personen Interesse daran, die Tat aufzuklären und so schleppt sie diesen Schatten immer noch mit sich herum, als sie 25 Jahre später wieder in einem freien und sicheren Oslo lebt. Auch unter ihren ehemaligen Mitstreitern gibt es noch welche, die die alten Zeiten nicht ruhen lassen können.

Montag, 1. Juli 2019

Unbarmherzig von Inge Löhnig

Dieses Buch habe ich auf lovelybooks.de für eine Leserunde gewonnen.

(c) hobbyrezensentin.blogspot.com
Fall 2 für Gina Angelucci, Mutter, Partnerin und Spezialistin für “Cold Cases” in München. Aus ein paar realen Dokumenten und Begebenheiten spinnt Inge Löhnig einen Kriminalroman um Heimat, Verbrechen und Schuld. Die Motive, nach denen Menschen Verbrechen begehen und begangen haben, sind oftmals “banal”, die Geschichten wie es dazu kam dafür meist sehr vielfältig.

Dies trifft auch auf diesen Roman zu. Sobald in Altbruck, einem fiktive Dorf nach München, menschliche Knochen gefunden werden und Gina und Kollegen sich mit allen Mitteln in ihre Ermittlungen vertiefen, gerät das Buch zum Pageturner.

Samstag, 29. Juni 2019

Hannah und ihre Brüder von Ronald H. Balson

Dieses Buch habe ich auf lovelybooks.de für eine Leserunde gewonnen.

(c) hobbyrezensentin.blogspot.com
Auch wenn in der Rahmenhandlung nicht alles immer so nachvollziehbar für mich war und Teile davon in meinen Augen nicht nötig gewesen wären, so ist die Hauptgeschichte in “Hannah und ihre Brüder” so eindringlich erzählt, dass sie kleinere Mängel aufwiegt.

Aus sicherlich ergiebiger Recherche und historischer Genauigkeit entwickelt Ronald H. Balson den Charakter Benjamin Solomon. Ihn verfolgt seine Geschichte, seine Vergangenheit als rund 90-Jähriger immer noch. Denn er ist Pole und Jude und große Teile seiner Jugend fielen in die Zeit, als die Nationalsozialisten unter Hitler Polen überfielen und ihre tödliche Maschinerie so richtig in Gang setzen.

Doch nicht nur die Geschehnisse, auch eine bestimmte Person geht Ben nicht mehr aus dem Kopf, obwohl er mittlerweile in Chicago ein gutes Leben führt.

Mittwoch, 19. Juni 2019

Die stille Tochter von Gard Sveen

Dieses Buch habe ich auf vorablesen.de gewonnen.

(c) hobbyrezensentin.blogspot.com
Dieser Thriller ist Tommy Bergmanns vierter Fall, der für mich bisher “ruhigste”, wenn man das bei Bergmann sagen kann. Ich tendiere sogar dazu, ihn eher als Krimi zu bezeichnen, was nichts Schlechtes sein muss.

Gard Sveen widmet sich dieses Mal Norwegens Geschichte während der 1970er Jahre. Es war die Blütezeit der DDR, die Mauer wackelte nicht, Amerika misstraute Russland, Europa misstraute der DDR und Russland misstraute sowieso jedem. Überall wimmelte es von Agenten und Oslo bildete da keine Ausnahme. Tommy Bergmann war damals noch jung. Als er zu einem Leichenfund gerufen wird, ahnt er nicht, wie tief in den Kalten Krieg ihn dieser Fall noch führen wird.

Die Stimmung in den Episoden, die in der Vergangenheit spielen, und sich mit den aktuellen abwechseln, ist gut eingefangen.

Montag, 17. Juni 2019

Dreizehn Gäste von J. Jefferson Farjeon

Dieses Buch habe ich von Verlag zur Verfügung gestellt bekommen. Vielen Dank.

(c) hobbyrezensentin.blogspot.com
Dieser Krimi bietet gute Unterhaltung und das typische “whodunnit” für alle Fans des gepflegten britischen Detektivgenres. Die Zutaten sind klassisch: Eine Gruppe Menschen aus verschiedenen Gesellschaftskreisen trifft auf einem Landgut zusammen, um ein Wochenende des gepflegten Umgangs von 1936 (als der Roman von J. Jefferson Farjeon erschien) miteinander zu verbringen.

Doch die Tage scheinen von Anfang an unter keinem guten Stern zu stehen und so nehmen die rätselhaften Ereignisse ihren Lauf. Detective-Inspector Kendall ermittelt, tatkräftig unterstützt von zwei der geladenen Gäste, Leicester Pratt, Künstler, und Lionel Bultin, Journalist.

Man sollte definitiv mit der manchmal gewollt umständlichen Erzählweise damaliger Literatur vertraut sein oder sich unbedarft darauf einlassen können, um den Kriminalroman voll genießen zu können.

Samstag, 15. Juni 2019

Wo die Schakale heulen von Amos Oz

Dieses Buch habe ich vom Verlag zur Rezension bekommen. Vielen Dank.

(c) hobbyrezensentin.blogspot.com
Wer “Eine Geschichte von Liebe und Finsternis” von Amos Oz gelesen hat, wird manche Begegnungen, Szenen und Charaktere in diesem Buch möglicherweise leichter begreiflich finden als ohne dieses “Vorwissen” um den so eigenen, sehr metaphorischen und dann wieder unverblümten, direkten Stil des Jerusalemer Autors.

“Wo die Schakale heulen” entstand vor Oz’ autobiografischem Epos und erschien im Original 1965. Es enthält zehn Kurzgeschichten, fiktive Episoden und Einblicke in das damalige Israel und seine leidgeprüften Einwohner.

Es ist kein Roman, den man so eben nebenbei als leichte Lektüre lesen kann, die Geschichten eint allesamt dass sie kaum, eigentlich gar keine, heitere Momente besitzen.

Donnerstag, 23. Mai 2019

Destination Dallas von Lou Berney

Dieses Buch habe ich vom Verlag zur Rezension bekommen. Vielen Dank.

(c) hobbyrezensentin.blogspot.com
Es ist eine harte Welt, die des Frank Guidry. Im New Orleans des Jahre 1963 regiert die Mafia, regieren ihre “Angestellten”, die Respekt und Annehmlichkeiten genießen, von dene die arme Bevölkerung weit entfernt ist. Guidry kommt genau aus einer solchen armen Familie. Seine schwierige Kindheit erfährt der Leser so ein bisschen zwischen den Zeilen.

Guidry ist einer, der als Teenager sein Leben selbst in die Hand nahm und Glück hatte. Er steigt in der Hierarchie höher und höher. Zu Beginn dieses Thrillers begegnet uns ein selbstsicherer “Mann für die Drecksarbeit”, der auf dem vorläufigen Höhepunkt seiner Karriere steht und alle Möglichkeiten hat.

Doch schleichend macht sich in Guidry ein anderes Gefühl breit.. will ihm jemand an den Kragen?

Dienstag, 21. Mai 2019

Der Wal und das Ende der Welt von John Ironmonger

Dieses Höruch habe ich auf lovelybooks.de für eine Hörrunde gewonnen.

(c) hobbyrezensentin.blogspot.com
Was würdest du tun, wenn du befürchtest, dass die Ordnung der Welt innerhalb von wenigen Tagen und Wochen komplett zusammenbrechen wird? Nein, das ist kein Tweet von Donald Trump, sondern ein Aspekt dieses Romans von John Ironmonger.

Da es ein Roman ist, der auch unterhalten möchte, ist nicht alles zu 100% logisch oder so wie es jeder erwarten würde, dennoch hat die Geschichte rund um den Londoner Joe Haak, der in das abgelegen 300-Seelen-Dorf St. Piran an der westlichen Spitze Cornwalls reist, viel Charme und auch Stoff zum Nachdenken.

Das Schöne an diesem Roman, der die Bedrohung durch eine aggressive Grippe-Version mit dem Wunsch nach Menschlichkeit und Zusammenhalt verbindet, ist, dass jeder Leser für sich eine Moral daraus ziehen kann.

Sonntag, 19. Mai 2019

An den Ufern der Seine von Agnès Poirier

Dieses Buch habe ich vom Verlag als Rezensionsexemplar bekommen. Vielen Dank.

(c) hobbyrezensentin.blogspot.com
Dieses über 500 Seiten starke Buch (darin inkludiert Einleitung und Anhang) braucht Durchhaltevermögen. Es ist wohl nur für sehr “parisophile” Leser zu empfehlen und solche, die sich stark für die damalige Zeit, also rund 1940-1950 und/oder für die Personen interessieren, die im Zentrum stehen. Zahlreiche Künstler, Philosophen, Schriftsteller, Autoren und viele ihrer (musikalischen) Wegbegleiter begegnen dem Leser im Verlauf dieses Romans.

“An den Ufern der Seine” ist kein Büchlein, das man eben schnell in wenigen Zügen durchlesen kann. Es ist nicht schwierig zu lesen, weil es schwierig geschrieben wäre, sondern weil so unheimlich viele Namen auf einen einprasseln und man mit der Zeit das Gefühl hat, jeder Dritte habe damals Jean geheißen. Zudem passiert mit den Personen und um die Personen herum so viel dass man auch das alles erst verdauen muss und immer wieder Pausen braucht.

Montag, 13. Mai 2019

Mord am Mandela Square von Matthias Boll

Dieses Buch habe ich auf vorablesen.de gewonnen.

(c) hobbyrezensentin.blogspot.com
Dieser Südafrika-Krimi ist der fünfte einer Reihe rund um den Wissenschaftler Frank Sattler. Er lässt sich aber sehr gut ohne Vorkenntnisse lesen, daher denke ich, dass das bei den anderen vieren aus so klappt.

Aus Frank wurde ich bis zur Hälfte des Buches nicht ganz schlau, er hilft seinem Freund, aber dann gibt es ein paar explizite Szenen die mich an seiner geistigen Verfassung etwas zweifeln ließen. Am Ende hat er dann das Herz am rechten Fleck und setzt auch seinen Verstand gewinnbringend ein. Kein klassischer Ermittler, aber er hält sich wacker. Vor allem im Zusammenspiel mit den anderen Hauptfiguren wirkt er nach und nach überzeugender und glaubwürdiger.

Auf spannende Art und Weise schafft der Autor es hier, mehrere zuerst stark unterschiedliche Handlungsstränge miteinander zu verknüpfen.

Dienstag, 23. April 2019

Murder Swing von Andrew Cartmel

Dieses Buch habe ich vom Verlag als Rezensionsexemplar bekommen. Vielen Dank.

(c) hobbyrezensentin.blogspot.com
Dieser britisch-humorige Musik-Krimi ist ein kunterbuntes und abwechslungsreiches Lesevergnügen. Nicht nur für Katzenbesitzer oder jene, die Katzenbesitzer und ihren Umgang mit den Vierbeinern kennen, nicht wahr? Ja genau.

Der Londoner Vinyl-Enthusiast und Klang-Fetischist, dessen Name nie genannt wird und der aus der Ego-Perspektive erzählt, ist selbsternannter Detektiv. Er spürt wertvolle Platten auf, die er hortet und gewinnbringend verkauft, wovon er teilweise mehr schlecht als recht seinen Lebensunterhalt bestreitet.

Als er gar nicht damit rechnet, heuert ihn eine schöne Frau, hinter der ein Auftraggeber steckt, an, um eine bestimmte Schallplatte aufzutreiben. Ihre vorübergehende Gesellschaft und viel Geld als Belohnung winken

Sonntag, 21. April 2019

Der Patriot von Pascal Engman

Dieses Buch habe ich auf vom Verlag zur Rezension bekommen. Vielen Dank.

(c) hobbyrezensentin.blogspot.com
Sehr flott durchgelesen habe ich diesen Schweden-Thriller. Auch wenn es zwischendurch und auch zur genaueren Einführung der Hauptpersonen kurze Stücke mit mehr “Länge” gibt, erhält sich die Geschichte durch den häufigen Schauplatzwechsel doch eine durchgehende Dynamik.

Stockholms Journalisten geraten ins Visier von Rechtsradikalen, die sie für die Offenheit des Landes gegenüber Flüchtlingen machen. Das Thema ist brandaktuell (irgendwie schon seit Jahren und leider immer noch) und gut - teilweise beklemmend - umgesetzt. Eine komplett atemlose Spannung kann das Buch nicht halten, aber das ist vielleicht auch gut so. Man kann es mal weglegen ohne Albträume zu haben (als geübter Thrillerleser), findet aber immer sehr schnell wieder hinein und liest wenn möglich gerne ein paar Dutzend Seiten am Stück.

Freitag, 19. April 2019

Die Farben des Feuers von Pierre Lemaitre

Dieses Buch habe ich auf lovelybooks.de für eine Leserunde gewonnen.

(c) hobbyrezensentin.blogspot.com
Dieser Roman ließ mich sehr zwiegespalten zurück, ich musste erst einmal einige Tage darüber nachdenken und das Gelesene analysieren. Nun, da ich dies schreibe, bin ich es immer noch.

Ein auffallender Punkt: Die Inhaltsangabe weckt im Schnitt doch etwas andere Erwartungen als das Buch dann tatsächlich erfüllt, hier sollte man vorsichtig sein und sich zum Beispiel nicht zu viele geschichtliche Anteile erhoffen.

Klar, die Handlung um eine Pariser Bankenfamilie ist natürlich eingebettet in die Zeit von 1927 bis 1933, dennoch ist der Fokus relativ eng an den Hauptpersonen und ihren Problemen ausgerichtet, sodass der Leser über weite Strecken auch nur diese wahrnimmt und nicht geschichtlich zusätzlich viel Informationen bekommt.

Samstag, 6. April 2019

Schatten der Toten von Elisabeth Herrmann

Dieses Buch habe ich über das Bloggerportal bekommen.

(c) hobbyrezensentin.blogspot.com
Ein großes Plus des Krimis/Thrillers: er lässt sich wunderbar lesen auch ohne die beiden Vorgängerbände (Zeugin der Toten, Stimme der Toten) mit Tatortreinigerin Judith Kepler gekannt zu haben. Natürlich gibt es Personen, die sie schon länger begleiten und auch kurze Anspielungen auf Dinge, die einige Monate oder ein paar Jahre vorbei sind, dennoch hatte ich nicht das Gefühl, dass mir etwas fehlt und aus dieser Hinsicht ist dieses 669 Seiten starke Buch eine runde Sache.

Was mich weniger zufrieden stimmte, ist das Ende - angedeutet wird, dass dies der letzte Kepler-Band ist, aber die Geschichte hört eigentlich mit einem klassischen Cliffhanger auf. Meiner Meinung nach ist es einer und ich finde es mutig, das so am Ende einer Reihe stehen zu lassen.

Nun aber genug gemeckert. Wobei, eines muss ich auch noch loswerden:

Montag, 25. März 2019

Die Spur des Geldes von Peter Beck

Dieses Buch habe ich vom Autor als Rezensionsexemplar angeboten bekommen. Vielen Dank!

(c) hobbyrezensentin.blogspot.com
Er ist ein vornamenloses Wesen, dieser Winter. Und damit ist natürlich nicht die Jahreszeit gemeint, sondern der Schweizer Tom Winter, der nur ganz selten, wenn es um Offizielles geht, seinen Vornamen angibt und auch durchweg mit Nachnamen angeredet wird, fast wie früher Schüler von ihren Lehrern.

Von einem Schüler ist Winter allerdings weit entfernt. Vielmehr ist er das Gegenteil. In Sachen Nahkampf, Spionage und Geldbetrug macht ihm so schnell niemand was vor. Winter, ehemaliger Einsatzleiter bei der Sondereinheit Enzian, arbeitet als Sicherheitschef bei einer Privatbank mit Sitz in Bern.

Bei Verbrechern macht sich der toughe Held, der in diesem Band einige sehr schwere Stunden hinnehmen muss, durch die Bank unbeliebt, aber glücklicherweise hat er

Samstag, 23. März 2019

Gieriger Zorn von Michael Wood

Dieses Buch habe ich vom Verlag als Rezensionsexemplar bekommen. Vielen Dank.

(c) hobbyrezensentin.blogspot.com
Matilda Darke hat es nicht leicht. Als Leiterin einer Sondertruppe für schwere Kriminalfälle in Sheffield hat sie an allen Fronten zu kämpfen. Gegen Vorgesetzte, gegen den vorigen Leiter, gegen ihre eigenen Dämonen und gegen die drohende Abschaffung ihrer Truppe.

Da kommt ein brutaler Fall gerade zu Unzeit. In einem beschaulichen Sträßchen passiert ein grauenhaftes Verbrechen. Niemand hat etwas bemerkt und so beginnen die für die wenigen Mitglieder von Darkes Gruppe die mühsamen Ermittlungen im Umfeld der beiden Opfer.

Michael Wood konstruiert rund um diese Attacke eine Vielzahl an zusätzlichen Taten und Spuren, alte und neue Fährten für die Ermittler, so dass sie einerseits auf der Stelle treten, andererseits aber immer etwas zu tun bleibt.

Donnerstag, 21. März 2019

Der Tote im Schnitzelparadies von Joe Fischler

Dieses Buch habe ich auf lovelybooks.de für eine Leserunde gewonnen.

(c) hobbyrezensentin.blogspot.com
Mit viel Witz und Tempo hetzt Joe Fischler seinen neuen Protagonisten, Arno Bussi, durch ein kleines Tiroler Dorf. Abseits des Falls, den Inspektor Bussi ganz alleine und ohne seine früh abhanden gekommene berufliche Kopfbedeckung lösen soll, kommen auch humorige Anspielungen auf bergdörflerische Frömmigkeit und Eigenheiten nicht zu kurz.

Dieser flotte Krimi ist über weite Strecken zurückhaltend, kann dafür aber gegen Ende mit Action und Wendungen punkten. Da dreht der Bussi auf und zeigt, dass mehr in ihm steckt als nur ein schnell verliebter, mit seinem Job hadernder Polizist. Auch mit dem Wetter ist er über weite Strecken unversöhnlich, denn es ist so gar nicht strahlend schön, wie ihm versprochen wurde.

Donnerstag, 14. März 2019

Mitternachtsmädchen von Jonas Moström

Dieses Buch habe ich auf vorablesen.de gewonnen.

(c) hobbyrezensentin.blogspot.com
Nach “So tödlich nah” und “Dominotod” sind Psychiaterin Nathalie Svensson und Kriminalhauptkommissar Johan Axberg wieder mit einem speziellen Fall konfrontiert. Sie sind Teil der Einheit für operative Fallanalyse in Schweden und sollen einen Mann finden, der in Uppsala mehrere Frauen attackiert hat.

Der Fall selbst, die Ermittlungen und die Lösung sind solide und durchaus glaubwürdig. Die Gruppe bezieht viele Hinweise mit ein, muss dadurch auch falschen Fährten folgen, was natürlich Zeit kostet. Somit kann kein durchgehender Spannungsbogen gehalten werden, was dem Krimi aber eine gute Portion Realismus verleiht.

Sonntag, 10. März 2019

Lago Mortale von Giulia Conti

Dieses Buch habe ich auf vorablesen.de gewonnen.

(c) hobbyrezensentin.blogspot.com
Dieser Piemont-Krimi kann auf mehreren Ebenen punkten: Ein wunderbares Setting (dazu sind auch die Anmerkungen der Autorin am Ende sehr interessant), abwechslungsreiche Charaktere (auch wenn ich mir beim Protagonisten noch mehr gewünscht hätte, dazu später mehr) und neben Mord kommt auch die Kulinarik nicht zu kurz.

Im Zentrum, neben dem Lago d’Orta, steht natürlich einer: Simon Strasser, von manchen Italienern (zurecht) Simone genannt, ein Deutscher aus Frankfurt, ehemaliger Kriminalreporter und nun Rückkehrer zu den Wurzeln seiner italienischen Mutter.

Wäre das nicht schon genug, gibt es zudem kleine Wirrungen mit den Frauen an Simons Seite, mit seiner aktuellen Freundin vor allem und dann gibt es noch Nicola.

Freitag, 8. März 2019

Lazarus von Lars Kepler

Dieses Buch habe ich auf lesejury.de für eine Leserunde gewonnen.

(c) hobbyrezensentin.blogspot.com
Zum bereits siebten Mal darf Super-Ermittler und Wunder-Hirn Joona Linna die (schwedische) Menschheit vor dem Bösen retten. Jemand bisher totgeglaubtes läuft ihm in “Lazarus” über den Weg. Doch zu Beginn sind es nur Taten, die Ähnlichkeit aufweisen und merkwürdige Vorkommnisse. Ist hier also tatsächlich Joonas langjähriger “persönlicher” Freund am Werk?

“Lazarus” vereint zwei Dinge meisterlich: Grundlegende Spannung durch kurze Kapitel und regelmäßige Einsprengsel an Brutalität sowie die schon fast “Lars-Kepler-übliche” Ungenauigkeit in manchen Bereichen.

Bei dem Autorenduo gibt es zunehmend nicht mehr einfach einen bösen Gegenspieler, sondern gerne den allwissenden und übermächtigen Bösewicht.

Mittwoch, 6. März 2019

Das Land, in dem die Wörter wohnen von Clemens Sedmak

Dieses Buch habe ich als Rezensionsexemplar vom Verlag bekommen. Vielen Dank!

(c) hobbyrezensentin.blogspot.com
“Ein Bild sagt mehr als tausend Worte”; “Reden ist Silber, Schweigen ist Gold”; “Taten sagen mehr als Worte”; es gibt endlose Listen mit Redewendungen und Sprichwörtern über Worte und in manchen davon kommen sie gar nicht so gut weg.

Dass das Reden und dass die Wörter, dass unsere Sprache aber durchaus zentrale Bedeutung haben und auch so behandelt werden sollten, unterstreicht “Das Land, in dem die Wörter wohnen”.

Auch wenn dieses Buch nicht unendlich, sondern schmal und kompakt ist, hat dieses “Märchen für Erwachsene” auch etwas von der großen unendlichen Geschichte von Michael Ende. Erzählt wird diese Geschichte hier von Günther, einem jungen Buben, der mit seinen beiden Schwestern ausreitet um der Welt die Wörter wiederzubringen.

Montag, 4. März 2019

Kalter Kristall von Thomas Baum

Dieses Buch habe ich auf lovelybooks für eine Leserunde gewonnen.

(c) hobbyrezensentin.blogspot.com
Für findige Hobby-Detektive hat Thomas Baum in seinem neuen, zweiten, Roman mit dem Linzer Chefinspektor Robert Worschädl ein (wie es auf Neudeutsch heißt) “easter egg” versteckt. Einen Hinweis also, der helfen kann, das wunderbar ausgeklügelte Geflecht an Verdächtigen und Tätern, Opfern, vermeintlichen Opfern und selbstverständlich Unschuldigen schon etwas vor Ende des Krimis zu entschlüsseln.

In jedem Fall aber - ob man ihn nun entdeckt und richtig liegt oder entdeckt, aber sich nichts weiter dabei denkt oder ihn nicht entdeckt - bleibt das 349 Seiten starke Buch ein Lesegenuss. Oberösterreichische Possen oder Idiome zergehen gedanklich genauso auf der Zunge wie die des öfteren herrlich pointierten Dialoge zwischen Worschädl und seiner Kollegin Sabine Schinagl.

Samstag, 2. März 2019

Schiff oder Schornstein von Andrea Stift-Laube

Dieses Buch habe ich auf lovelybooks.de für eine Leserunde gewonnen.

(c) hobbyrezensentin.blogspot.com
Mit einer abwechselnd romantisch verklärten und vorsichtig idealisierten Erzählung nähert sich Autorin Andrea Stift-Laube einer der aktuellen Fragen unserer Zeit: Sollten wir Menschen unser Essverhalten, unseren Fleischkonsum, nicht auch unter ethischen Gesichtspunkten beurteilen und überdenken?

Klar, das “Hauptproblem” ist der Klimawandel. Oder zumindest die wohl global ausgeprägteste Bedrohung für unseren Lebensraum. Mit Schuld daran ist auch, wie wir unsere großen Mengen Fleisch produzieren. Dazu braucht es auch im Jahrhundert der 3D-Drucker ja noch immer lebende Tiere, die gezeugt und aufgezogen werden müssen. Das verschlingt Ressourcen.

Und der Konsum steigt, in Summe gesehen.

Dienstag, 26. Februar 2019

Moses und das Schiff der Toten von Ortwin Ramadan

Dieses Buch habe ich auf lovelybooks.de für eine Leserunde gewonnen.

(c) hobbyrezensentin.blogspot.com
Der bisher erste Fall für einen ungewöhnlichen Ermittler in einer ebenso wenig gewöhnlichen Stadt: Hauptkommissar Stefan Moses hat einen weiten Weg hinter sich, der ihn gelegentlich in seinen Träumen heimsucht. Er hatte, im Gegensatz zu vielen anderen Flüchtlingskindern aus Afrika Glück und für den Gerechtigkeitsfanatiker gab es nur einen Berufswunsch: zur Polizei zu gehen.

In seiner neuen Heimat Hamburg trifft er auch als Erwachsener immer noch auf Vorurteile und Misstrauen. Mit einer neuen Kollegin, Katja Helwig, die ebenso ihre optischen wie charakterlichen Eigenheiten hat, gibt er also ein recht interessantes berufliches Paar ab.

Moses ermittelt im Fall eines scheinbar im Meer ertrunkenen Mannes, der tot in einem Park gefunden wird.

Sonntag, 24. Februar 2019

Der Tod, den man stirbt von Arturo Pérez-Reverte

Dieses Buch habe ich vom Verlag als Rezensionsexemplar bekommen. Vielen Dank.

(c) hobbyrezensentin.blogspot.com
Ich schreibe selten über Cover oder einen ersten Eindruck des Buches, weil das sehr viele Leute meist lang und breit tun. Hier mache ich eine Ausnahme. “Der Tod, den man stirbt” wirkt sehr edel, das Cover beziehungsweise der Umschlag des Hardcovers ist eine Augenweide. Schlicht, doch kraftvoll. Die Farben schwarz und gold dominieren und gerade das Goldene hat einen sehr guten Bezug zum Großteil der Handlung.

Aber genug davon. Inhaltlich ist der Folgeband von “Der Preis, den man zahlt” wieder wie erwartet gut, spannend und teilweise brutal. Lorenzo Falcó, seines Zeichens spanischer James Bond zur Zeit des inneriberischen Krieges bevor dann der Zweite Weltkrieg ganz Europa umfasste, lebt im Schatten und nach dem Prinzip “Vorsicht ist besser als Nachsicht”.

Freitag, 22. Februar 2019

Alfred von Alfred Komarek

Dieses Buch habe ich auf lovelybooks.de gewonnen.

(c) hobbyrezensentin.blogspot.com
Wohl in kaum einem anderen Stück Literatur begegnet man dieser besonderen Ausdrucksweise. Innerhalb eines Satzes wechselt Alfred Komarek hier teilweise zwischen Fantasie, Gesellschaftskritik und Märchen mit einer Prise (österreichischem) Humor.

Allgemein darf man als Landsmann oder Landsfrau auch die Austriazismen loben, mit denen man in diesen Fällen natürlich wenig Probleme haben sollte. Aber auch Leser aus Nachbarländern können meiner Meinung nach Alfred auf seiner Reise wunderbar begleiten, notfalls hilft das Internet.

Nicht nur Ausdruck und Stimmung wechseln schnell, Schauplätze, Gedanken und Personen drehen sich wie ein Karussell und reißen den Leser mit in einen Strudel voller skurriler Begegnungen und Abenteuer.

Mittwoch, 13. Februar 2019

Eisige Tage von Alex Pohl

Dieses Buch habe ich über das Bloggerportal bekommen.

(c) hobbyrezensentin.blogspot.com
“Eisige Tage” ist der erste Band einer geplanten Krimireihe aus und in Leipzig. Da ich bisher erst ein Mal ganz kurz (Buchmesse) dort war, kann ich zum Setting an sich nichts sagen, wohl aber zum sehr besonderen Ermittlerduo.

Man muss erst einmal “warm werden” mit ihnen. Und das liegt nicht nur daran, dass das Buch im Winter spielt, einem der kältesten Winter von Leipzig. Dass Kommissar Milo Novic so seine Probleme mit der tiefen Temperatur hat, macht ihn für viele Leser sicher sympathisch. Er ist ansonsten aber oft eigenwillig, im Gehabe wie im Dialog und in seinen Handlungsweisen, die zugleich schleppend wie sprunghaft sein können.

In kleinen Auszügen und Gedankenrückblenden erfährt man ein wenig mehr über die Protagonisten.

Montag, 11. Februar 2019

Der Hunger der Lebenden von Beate Sauer

Dieses Buch habe ich auf vorablesen.de für Punkte eingelöst.

(c) hobbyrezensentin.blogspot.com
Wieder ein wunderbar historisch-fiktionaler Krimi von Beate Sauer. Sie schließt nahtlos an den Vorgänger “Echo der Toten” an und als Leser schlüpft man mühelos ins Deutschland des Jahres 1947. Die Lage für die Bevölkerung ist nicht mehr so schlimm wie im Jahr nach dem Krieg, aber dennoch haben viele keine Zuhause, wenig zu essen und Zukunftsängste wie Vergangenheitsbewältigung bestimmen den Alltag.

Friederike Matthée, Mitglied der Weiblichen Polizei, wird zu einem Tatort hinzugezogen, weil Personalmangel herrscht. Zu Beginn fügt sie sich in ihre Rolle als Protokollantin während die über ihr stehenden Herren Ermittlungen anstellen. In flagranti ertappt wird eine junge Frau, die jedoch behauptet, die Frau, deren Leiche gefunden wurde, nicht getötet zu haben.

Donnerstag, 7. Februar 2019

Flammenkinder von Lars Kepler

Da schon bald das neue Buch von Lars Kepler aus der Reihe um Joona Linna hier eintrifft, habe ich noch schnell einen der Vorgänger aus dem Regal gefischt und ihn verschlungen.

(c) hobbyrezensentin.blogspot.com
Kommissar Joona Linna ist wieder in Bestform: der schon übliche Konflikt mit der eigenen Behörde ist genauso vorhanden wie seine Ermittlungen “auf Bewährung”. Eine interne Untersuchung gegen ihn läuft, aber er wird als Beobachter in die schwedische Einöde geschickt. Dass es dabei nicht bleibt, kann sich jeder denken.

Seltsame Vorgänge laufen eines Nachts in einer Einrichtung für schwer erziehbare Mädchen ab. Der Leser ist hautnah dabei, bekommt aber nicht alles erklärt und muss selbst mitermitteln. Ganz im Stile von Lars Kepler geht es auch hier auf mehreren Ebenen zur Sache: der Krimi ist stellenweise blutig, brutal, fast immer temporeich und fesselnd. Joona schwankt zwischen Genie und Wahnsinn, zwischen Superman und einem, der doch oft die falschen Entscheidungen trifft.

Mittwoch, 30. Januar 2019

Der Nachbar von Patrícia Melo

Dieses Buch habe ich vom Verlag als Rezensionsexemplar bekommen. Vielen Dank.

(c) hobbyrezensentin.blogspot.com
Eigenwillig und besonders ist dieser vergleichsweise kurze Kriminalroman. Dennoch geht er möglicherweise sehr nahe, weil man durchaus mit der Hauptperson mitfühlen kann, erzählt der Mann, ein Biologielehrer aus São Paulo, durchgehend aus seiner Perspektive. Somit ist auch der Titel gewissermaßen aus der Egoperspektive verfasst, denn trotz aller Alltagsprobleme in Beruf und Beziehung ist der größte Feind des Protagonisten derjenige, der über ihm wohnt.

Aus einem kleinen Ärgernis wird ein kleiner Streit und aus einem kleinen Streit ein großer und dann kommt eins zum anderen… wie eine private Version des Schmetterlingseffekts. Patrícia Melo lässt den Leser tief in die langsam anwachsende Verzweiflung des namenlosen Protagonisten.

Montag, 28. Januar 2019

Der Drahtzieher von Daniel Silva

Dieses Buch habe ich vom Verlag als Rezensionsexemplar bekommen. Vielen Dank!

(c) hobbyrezensentin.blogspot.com
Der (Geheimdienst-)Thriller ist mit seinen klar mehr als 500 Seiten nicht gerade die schlankste Lektüre, aber jedes Kapitel wert. Ich kannte bisher den Namen des Autors, hatte aber noch nichts von ihm gelesen. Somit kann ich auch sagen, dass ein Einstieg in zum Beispiel diese Reihe mit Gabriel Allon kein Problem darstellt.

Man kennt sich wunderbar aus und bekommt auch die Charaktere nahegebracht. Vergangene Unternehmen, Begebenheiten werden zwar angeschnitten, aber nie so, dass man das Gefühl hätte, sich nicht mehr zurechtzufinden. Die Geschichte hier, die sich unter anderem um einen französischen Geschäftsmann und Restaurantbesitzer und seine Nebengeschäfte dreht, ist gut verständlich und spannend aufbereitet.

Donnerstag, 24. Januar 2019

Nadjas Katze von Ulrich Ritzel

Dieses Buch habe ich über das Bloggerportal bekommen. Es lag nun schon eine Weile auf dem Stapel der Bücher, die mal gelesen werden wollen, also ist es nicht mehr brandneu und zählt schon eher zu meinem Büchervorrat.

(c) hobbyrezensentin.blogspot.com
Dieser Roman ist ein gründlich recherchiert und glaubwürdig aufgebauter “Geschichtskrimi”, in dem aber nicht wegen einer Leiche, sondern wegen eines Babys ermittelt wird.

Eine Stelle in einer Novelle regt Nadja Schwertfeger dazu an, ihre eigene Geschichte zu hinterfragen. Die Geschichte eines adoptierten Babys, das seine leibliche Mutter, eine zu Kriegsende 1945 mittellose “Displaced Person”, die für ihr Kind nur das Beste wollte.

Sie gerät auf ihren Nachforschungen von Freiburg aus in diverse Städte und Dörfer Deutschlands (die meisten echt, das wichtigste fiktiv) und landet bei einem Ex-Polizisten (Hans Berndorf), der ihr bei den Recherchen und Befragungen von Zeitzeugen und deren Nachkommen behilflich ist.

Dienstag, 22. Januar 2019

Mordsommer von Rudi Jagusch

Dieses Buch habe ich über das Bloggerportal bekommen. Es lag nun schon eine Weile auf dem Stapel der Bücher, die mal gelesen werden wollen, also ist es nicht mehr brandneu und zählt schon eher zu meinem Büchervorrat.

(c) hobbyrezensentin.blogspot.com
Dieser Thriller outet sich als echter Pageturner. Auch wenn das Konzept - eine Gruppe von Menschen sitzt an einem Ort fest und nach und nach sterben sie - nicht neu ist, wartet der Plot mit speziellen Charakteren, gelungenen Rückblicken und der einen oder anderen Überraschung auf.

Die Protagonisten werden von Geheimnissen aus ihrer Jugendzeit eingeholt und es kommt wie es kommen musste: Schuldzuweisungen und Verdächtigungen untereinander sind unvermeidlich. Der Leser kann aufgrund der Rückblicke, den Abschnitten aus der Perspektive eines ehemaligen Mitschülers und kleinen Indizien in der Geschichte selbst rätseln.

Wer ist nun der Täter und warum hat er das alles inszeniert? Wer wird am Ende überleben? Nur eines ist sicher: Jemand wird dafür bezahlen…

Freitag, 18. Januar 2019

Die Schwalbe, die Katze, die Rose und der Tod von Håkan Nesser

Dieses Buch habe ich über das Bloggerportal bekommen. Es lag nun schon eine Weile auf dem Stapel der Bücher, die mal gelesen werden wollen, also ist es nicht mehr brandneu und zählt schon eher zu meinem Büchervorrat.

(c) hobbyrezensentin.blogspot.com
Von Håkan Nesser kannte ich zwar noch kein Buch aus der Reihe um Van Veeteren, aber immerhin schon “Der Fall Kallmann”. Daher kam ich mit dem Erzählstil des Autors hier gut zurecht. “Neulinge” könnte dieser zu Beginn überraschen.

Wer sich davon im ersten Viertel des 572 Seiten starken Krimis nicht entmutigen lässt, der wird später doch mit viel Spannung, Verfolgungsjagden und einem starken Psychogramm des Täters belohnt.

Stichwort Spannung: diese baut sich langsam, teilweise unter der Oberfläche auf. Einiges aus dem ersten Viertel hätte man wohl kürzen können, aber andererseits gibt es dadurch gesamt gesehen mehrere Hauptpersonen als nur ein paar Polizisten, Van Veeteren und einen Täter. Nesser widmet den Opfern gebührend Platz - was natürlich auch der Charakterisierung des Täters dient.

Mittwoch, 16. Januar 2019

Als Luca verschwand von Petra Hammesfahr

Dieses Buch habe ich über das Bloggerportal bekommen. Es lag nun schon eine Weile auf dem Stapel der Bücher, die mal gelesen werden wollen, also ist es nicht mehr brandneu und zählt schon eher zu meinem Büchervorrat.

(c) hobbyrezensentin.blogspot.com
Der einfache Plot - beim Einkaufen kommt einer Mutter ihr Baby abhanden - birgt grundsätzlich eine tolle Möglichkeit für vielschichtige Psychogramme und einen spannenden Krimi auf der Jagd nach einem Entführer.

Mit dieser Erwartung ging ich an diesen Roman, der meiner Meinung nach diese Bezeichnung auch mehr verdient als “Krimi”. Zu Beginn läuft die Erzählung etwas schleppend, zu viele (unwichtige?) Figuren müssen eingeführt werden und um ihre komplizierte Lebensweise zu verstehen, muss ihre nähere und entferntere Vergangenheit genau beleuchtet werden.

Das ist etwas zäh, dazu kommt, dass zwei Frauenfiguren sich in groben Zügen deutlich ähneln, was ihre Unterscheidung vor allem im ersten Drittel des Buches recht schwierig macht.