Sonntag, 26. Januar 2020

Im Netz des Lemming von Stefan Slupetzky

Dieses Buch habe ich auf lovelybooks.de für eine Leserunde gewonnen.

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Einen großartigen Krimi hat Stefan Slupetzky hier wieder verfasst. Der sechste Roman rund um den ehemaligen Polizisten Leopold Wallisch, Lemming genannt, ist gewohnt hohe Kunst was Sprachliches angeht, aber auch ein Genuss.

Ein Genuss, wenn man den Lemming im Zwischenmenschlichen beobachtet. Ein Genuss ist es ebenso wenn Slupetzky auf wenigen Seiten eine ganz eigene Stimmung kreieren kann, je nach Wahl beklemmend, witzig oder spannend.

Spannung gibts in diesem Krimi natürlich auch, denn Lemming muss gemeinsam mit seinem Freund, Chefinspektor Polivka, aufklären, warum sich ein junger Bub das Leben nimmt. Kann tatsächlich eine Onlinenachricht der Auslöser sein? Aus der vorsichtigen Spurensuche wird bald eine Hetzjagd nach dem Hetzer.

Montag, 2. Dezember 2019

Leas Spuren von Bettina Storks

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Historisches während und zum Ende des Zweiten Weltkriegs ist hier gekonnt mit fiktiven Charakteren verknüpft. Charlotte und Victor, sie Deutsche, er Franzose, lernen sich in Paris kennen und entdecken ihre gemeinsame Leidenschaft und die füreinander. Ihre Geschichte sollte noch weitreichende Auswirkungen haben und bis ins Jahr 2016 wirken. Da nämlich ist Marie auf dem Weg in die französische Hauptstadt, sie soll Teil-Erbin jenes ihre unbekannten Victor sein.

Was zwei Generationen zuvor passierte, erfährt der Leser in Rückblicken, wobei es sowohl Victors als auch Charlottes Sichtweise zu lesen gibt. Es entwickelt sich ein spannendes und zunächst unklares Bild: Was haben die beiden genau gemacht, als sie in der Deutschen Botschaft arbeiteten?

Freitag, 22. November 2019

Blood Orange - Was sie nicht wissen von Harriet Tyce

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Der Titel bildet gewissermaßen die Klammer um diesen 379 Seiten starken Roman. Ansonsten spielen jede Menge Dinge eine Rolle, Orangen aber eher weniger.

Ich schreibe übrigens Roman, weil ich mich nicht recht mit dem “Thriller” auf dem Cover anfreunden kann. Ein Krimi ist es auch nicht, es gibt viele psychologische Aspekte im Buch und auch eine teilweise packende Handlung, viel Gefühl (in alle Richtungen), auch Erotik und somit schwankt das Genre eigentlich ständig. Man bekommt es nicht klar zu fassen.

Alison ist eine Londoner Prozessanwältin, die Mann und Kind zugunsten von Karriere und Geliebtem immer mal wieder vernachlässigt. Sie trinkt gerne und manchmal (zu) viel. Sie weiß von beidem, hat aber Mühe, etwas zu ändern.

Mittwoch, 20. November 2019

Die Schuld jenes Sommers von Katherine Webb

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Verliert man seine beste Freundin oder besten Freund im Kindesalter, ist das an sich schon dramatisch und er wirkt lange nach. Protagonistin Frances ist genau das passiert, aber im selben Sommer geschah noch einiges mehr, das viele Jahre im Dunklen lag…

In den Wirren gegen Ende des ersten Weltkriegs lebten Frances und Wyn ein für damalige Zeiten in Großbritannien normales Kinderleben, träumten von fernen Ländern und reichen Männern die sie mal heiraten würden. Dann verschwand Wyn für immer und ihre Leiche wurde 24 Jahre lang nicht gefunden.

Fast ein Vierteljahrhundert später, die ganze Nation noch einen großen Krieg überstehen muss, spielt die Geschichte im Jahr 1942.

Freitag, 8. November 2019

Perchtenjagd von Maja & Wolfgang Brandstetter

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Auch wenn immer noch ein bisschen mehr geht - dieser Krimi hat definitiv eine gute Portion Lokalkolorit erhalten. Ob es nun der hartnäckige Gerichtspsychologe Thomas Meiberger, der klassisch untalentierte wie uninteressierte Inspektor Bacher, der ambitionierte Inspektor Ganslinger oder ein abgekämpfter Salzburger Kripochef ist, sie alle tragen zur besonderen Atmosphäre dieses Salzkammergut-Krimis bei.

Doch mit der österreichischen Gemütlichkeit bei Würstel oder Kaffee ist es schnell vorbei, als ein Kind verschwindet und Meiberger schmerzlich an einen eigenen Verlust erinnert wird. Nicht zuletzt deshalb beißt er sich an diesem Fall fest und zieht die richtigen aber auch die falschen Schlüsse.

Donnerstag, 10. Oktober 2019

Messer von Jo Nesbø

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Da ich als Krimi- und Thrillerfan (auch der skandinavischen) vieles “gewohnt” bin, konnte mich auch als Erstleser der Reihe um Harry Hole jener nicht sehr stark irritieren.

Hole ist so der klassische “brillianter-Ermittler-mit-dunkler-Seite”-Typ, seine Schwächen sind seine Ex-Frau und Alkohol. Er umgeht gerne ein paar Regeln wenn es seiner Sicht der Gerechtigkeit dient und kommt mir sehr vielem davon und durch. Der Erfolg gibt im Recht.

Nicht alles in diesem norwegischen Thriller ist immer zu 100% wahrscheinlich oder realistisch. Im Gesamtpaket sind aber auch die zweifelhaften Szenen stimmig und gerechtfertigt. Nesbø hält, was Hole verspricht: Action, Drama, Blut, Mord, Mystery und Grausamkeiten bestimmen Holes Leben und die Handlung.

Sonntag, 6. Oktober 2019

Freinacht von Thomas Lang

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Dass dieses Buch, eine Mischung aus Roman, Gesellschaftsanalyse und Krimi, zwischendurch etwas unkonventionell wirkt, liegt an der Entstehung. Es ist kein Buch aus dem Elfenbeinturm, wie der Autor im Nachwort erklärt, sondern es haben sich interessierte User online indirekt beteiligt, Vorschläge gemacht, Ideen niedergeschrieben und aus diesem Austausch formte Thomas Lang dann diese Geschichte.

Dreh- und Angelpunkt ist eine Gruppe Jugendlicher mit all den “typischen” Probleme, die man mit 15, 16 Jahren eben so hat. Cliquen, Freunde, Freundinnen, Gezicke, Misstrauen, Komplexe und vieles mehr. Doch damit nicht genug, taucht auch eine Leiche auf, die alles verändert.

Montag, 1. Juli 2019

Unbarmherzig von Inge Löhnig

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Fall 2 für Gina Angelucci, Mutter, Partnerin und Spezialistin für “Cold Cases” in München. Aus ein paar realen Dokumenten und Begebenheiten spinnt Inge Löhnig einen Kriminalroman um Heimat, Verbrechen und Schuld. Die Motive, nach denen Menschen Verbrechen begehen und begangen haben, sind oftmals “banal”, die Geschichten wie es dazu kam dafür meist sehr vielfältig.

Dies trifft auch auf diesen Roman zu. Sobald in Altbruck, einem fiktive Dorf nach München, menschliche Knochen gefunden werden und Gina und Kollegen sich mit allen Mitteln in ihre Ermittlungen vertiefen, gerät das Buch zum Pageturner.

Samstag, 29. Juni 2019

Hannah und ihre Brüder von Ronald H. Balson

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Auch wenn in der Rahmenhandlung nicht alles immer so nachvollziehbar für mich war und Teile davon in meinen Augen nicht nötig gewesen wären, so ist die Hauptgeschichte in “Hannah und ihre Brüder” so eindringlich erzählt, dass sie kleinere Mängel aufwiegt.

Aus sicherlich ergiebiger Recherche und historischer Genauigkeit entwickelt Ronald H. Balson den Charakter Benjamin Solomon. Ihn verfolgt seine Geschichte, seine Vergangenheit als rund 90-Jähriger immer noch. Denn er ist Pole und Jude und große Teile seiner Jugend fielen in die Zeit, als die Nationalsozialisten unter Hitler Polen überfielen und ihre tödliche Maschinerie so richtig in Gang setzen.

Doch nicht nur die Geschehnisse, auch eine bestimmte Person geht Ben nicht mehr aus dem Kopf, obwohl er mittlerweile in Chicago ein gutes Leben führt.

Dienstag, 21. Mai 2019

Der Wal und das Ende der Welt von John Ironmonger

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Was würdest du tun, wenn du befürchtest, dass die Ordnung der Welt innerhalb von wenigen Tagen und Wochen komplett zusammenbrechen wird? Nein, das ist kein Tweet von Donald Trump, sondern ein Aspekt dieses Romans von John Ironmonger.

Da es ein Roman ist, der auch unterhalten möchte, ist nicht alles zu 100% logisch oder so wie es jeder erwarten würde, dennoch hat die Geschichte rund um den Londoner Joe Haak, der in das abgelegen 300-Seelen-Dorf St. Piran an der westlichen Spitze Cornwalls reist, viel Charme und auch Stoff zum Nachdenken.

Das Schöne an diesem Roman, der die Bedrohung durch eine aggressive Grippe-Version mit dem Wunsch nach Menschlichkeit und Zusammenhalt verbindet, ist, dass jeder Leser für sich eine Moral daraus ziehen kann.

Freitag, 19. April 2019

Die Farben des Feuers von Pierre Lemaitre

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Dieser Roman ließ mich sehr zwiegespalten zurück, ich musste erst einmal einige Tage darüber nachdenken und das Gelesene analysieren. Nun, da ich dies schreibe, bin ich es immer noch.

Ein auffallender Punkt: Die Inhaltsangabe weckt im Schnitt doch etwas andere Erwartungen als das Buch dann tatsächlich erfüllt, hier sollte man vorsichtig sein und sich zum Beispiel nicht zu viele geschichtliche Anteile erhoffen.

Klar, die Handlung um eine Pariser Bankenfamilie ist natürlich eingebettet in die Zeit von 1927 bis 1933, dennoch ist der Fokus relativ eng an den Hauptpersonen und ihren Problemen ausgerichtet, sodass der Leser über weite Strecken auch nur diese wahrnimmt und nicht geschichtlich zusätzlich viel Informationen bekommt.

Donnerstag, 21. März 2019

Der Tote im Schnitzelparadies von Joe Fischler

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Mit viel Witz und Tempo hetzt Joe Fischler seinen neuen Protagonisten, Arno Bussi, durch ein kleines Tiroler Dorf. Abseits des Falls, den Inspektor Bussi ganz alleine und ohne seine früh abhanden gekommene berufliche Kopfbedeckung lösen soll, kommen auch humorige Anspielungen auf bergdörflerische Frömmigkeit und Eigenheiten nicht zu kurz.

Dieser flotte Krimi ist über weite Strecken zurückhaltend, kann dafür aber gegen Ende mit Action und Wendungen punkten. Da dreht der Bussi auf und zeigt, dass mehr in ihm steckt als nur ein schnell verliebter, mit seinem Job hadernder Polizist. Auch mit dem Wetter ist er über weite Strecken unversöhnlich, denn es ist so gar nicht strahlend schön, wie ihm versprochen wurde.

Montag, 4. März 2019

Kalter Kristall von Thomas Baum

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Für findige Hobby-Detektive hat Thomas Baum in seinem neuen, zweiten, Roman mit dem Linzer Chefinspektor Robert Worschädl ein (wie es auf Neudeutsch heißt) “easter egg” versteckt. Einen Hinweis also, der helfen kann, das wunderbar ausgeklügelte Geflecht an Verdächtigen und Tätern, Opfern, vermeintlichen Opfern und selbstverständlich Unschuldigen schon etwas vor Ende des Krimis zu entschlüsseln.

In jedem Fall aber - ob man ihn nun entdeckt und richtig liegt oder entdeckt, aber sich nichts weiter dabei denkt oder ihn nicht entdeckt - bleibt das 349 Seiten starke Buch ein Lesegenuss. Oberösterreichische Possen oder Idiome zergehen gedanklich genauso auf der Zunge wie die des öfteren herrlich pointierten Dialoge zwischen Worschädl und seiner Kollegin Sabine Schinagl.

Samstag, 2. März 2019

Schiff oder Schornstein von Andrea Stift-Laube

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Mit einer abwechselnd romantisch verklärten und vorsichtig idealisierten Erzählung nähert sich Autorin Andrea Stift-Laube einer der aktuellen Fragen unserer Zeit: Sollten wir Menschen unser Essverhalten, unseren Fleischkonsum, nicht auch unter ethischen Gesichtspunkten beurteilen und überdenken?

Klar, das “Hauptproblem” ist der Klimawandel. Oder zumindest die wohl global ausgeprägteste Bedrohung für unseren Lebensraum. Mit Schuld daran ist auch, wie wir unsere großen Mengen Fleisch produzieren. Dazu braucht es auch im Jahrhundert der 3D-Drucker ja noch immer lebende Tiere, die gezeugt und aufgezogen werden müssen. Das verschlingt Ressourcen.

Und der Konsum steigt, in Summe gesehen.

Dienstag, 26. Februar 2019

Moses und das Schiff der Toten von Ortwin Ramadan

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Der bisher erste Fall für einen ungewöhnlichen Ermittler in einer ebenso wenig gewöhnlichen Stadt: Hauptkommissar Stefan Moses hat einen weiten Weg hinter sich, der ihn gelegentlich in seinen Träumen heimsucht. Er hatte, im Gegensatz zu vielen anderen Flüchtlingskindern aus Afrika Glück und für den Gerechtigkeitsfanatiker gab es nur einen Berufswunsch: zur Polizei zu gehen.

In seiner neuen Heimat Hamburg trifft er auch als Erwachsener immer noch auf Vorurteile und Misstrauen. Mit einer neuen Kollegin, Katja Helwig, die ebenso ihre optischen wie charakterlichen Eigenheiten hat, gibt er also ein recht interessantes berufliches Paar ab.

Moses ermittelt im Fall eines scheinbar im Meer ertrunkenen Mannes, der tot in einem Park gefunden wird.

Freitag, 22. Februar 2019

Alfred von Alfred Komarek

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Wohl in kaum einem anderen Stück Literatur begegnet man dieser besonderen Ausdrucksweise. Innerhalb eines Satzes wechselt Alfred Komarek hier teilweise zwischen Fantasie, Gesellschaftskritik und Märchen mit einer Prise (österreichischem) Humor.

Allgemein darf man als Landsmann oder Landsfrau auch die Austriazismen loben, mit denen man in diesen Fällen natürlich wenig Probleme haben sollte. Aber auch Leser aus Nachbarländern können meiner Meinung nach Alfred auf seiner Reise wunderbar begleiten, notfalls hilft das Internet.

Nicht nur Ausdruck und Stimmung wechseln schnell, Schauplätze, Gedanken und Personen drehen sich wie ein Karussell und reißen den Leser mit in einen Strudel voller skurriler Begegnungen und Abenteuer.

Mittwoch, 26. Dezember 2018

Bittere Schokolade von Tom Hillenbrand

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Xavier Kieffer ist wieder da - der luxemburgische Koch mit eigenem Restaurant begibt sich in “Bittere Schokolade” wieder in sehr spezielle Ermittlungen im Bereich der Lebensmittel.

Bekannt hartnäckig kann Kieffer sein, wenn er etwas auftut, das ihm nicht behagt. Dieses Mal verbeißt er sich mehrfach in Schokolade und lässt nicht eher los bis er den Mord an einer alten Freundin und so einiges mehr aufgeklärt hat.

Dieser Band ist stark auf Luxemburg-Stadt fokussiert, vieles passiert hier oder im nahen Umkreis. Neben Kieffers Nachforschungen bekommt der Leser einen sehr schönen Eindruck von der Stadt, auch wenn hier doch mindestens ein Killer herumläuft. Aber nur im Buch natürlich!

Samstag, 22. Dezember 2018

Treibts zua! von Lisa Brandstätter und Clemens Wenger

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Ein Ermittlerduo wider Willen bilden hier die beiden sehr gegensätzlichen Hauptpersonen. Nicht nur ihre Einstellungen und Herangehensweise unterscheiden Sigmund Huber und Lilly Engel, sie sind zusätzlich noch durch eine Staatsgrenze getrennt.

Der Fall eines Serientäters der im Grenzgebiet zwischen Bayern und Salzburg mordet, führt die Kommissarin aus Bad Reichenhall und den Kripo-Beamten aus der Landeshauptstadt Salzburg zusammen.

Die beiden haben es mit einem großen Rätsel und sehr wenigen Anhaltspunkten zu tun. Die Opfer weisen kaum Gemeinsamkeiten auf und es scheint als würde der Mörder ganz bewusst mit ihnen spielen.

Donnerstag, 20. Dezember 2018

Herbststurm von Angelika Felenda

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Teil drei der Reihe um Kommissär Reitmeyer im zwischenkriegszeitlichen München. Angelika Felenda ist wieder eine wunderbare Mischung aus historischen Tatsachen und spannendem Krimi gelungen. Wie schon “Der eiserne Sommer” und “Wintergewitter” punktet auch “Herbststurm” mit Authentizität, der richtige Portion Gefühl und einer Prise Humor.

Und natürlich Toten. Ein Unfall, der doch ein Mord war, steht am Beginn von Reitmeyers Ermittlungen. Er und sein Team nehmen ihre Arbeit auf, fragen sich durch und radeln viel durch die herbstlich kalte Stadt. Es ist nur eine Frage der Zeit bis sie - auch aufgrund der politischen Entwicklungen und Verwicklungen - “anstehen”, bis es innerhalb der Polizeibehörde hinter den Kulissen zu brodeln beginnt. Hängen da etwa Beamte mit drinnen?

Dienstag, 18. Dezember 2018

Blutsbruderschaft von Ulrich Stoll

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Obskure Charaktere und der Mauerfall prägen diesen Berlin-Krimi. Was haben Gustav Meyrink, ein grausamer Mord und die Stadt Prag miteinander zu tun? Was mit der Leiche eines Studenten beginnt, führt die Kommissare Ernst Klamm und Jasmin Berger auf eine abenteuerliche Ermittlungsreise durch Berlin. Dass sie zur Zeit der Wende ermitteln, macht vieles noch zusätzlich kompliziert.

Mitten in ihre Arbeit platzt auch noch ein Bombenanschlag, dessen Verursacher gefunden werden will. Die Polizei Westberlins hat alle Hände voll zu tun, da kommt es Klamm gerade recht, dass ein befreundeter Journalist sich auch für den Studenten-Mord interessiert.