Samstag, 14. Dezember 2019

Lola von Melissa Scrivner Love

Dieses Buch habe ich vom Verlag als Rezensionsexemplar bekommen. Vielen Dank.

(c) hobbyrezensentin.blogspot.com
Mit dem Einstieg tat ich mir hier schwer, die ersten 50-100 Seiten zogen sich ein bisschen. Man lernt zu Beginn zwar viele Beteiligte kennen, aber da es viele sind, nur oberflächlich. Daher kann man bestimmte Zusammenhänge, Zwischenmenschliches, das die Geschichte spannender macht, erst später selbst entdecken. Es dauert also ein bisschen, bis man vollständig warm wird mit Lola und allen anderen.

Zu viel kann ich hier über die mutige Latina nicht verraten, da es kleinere Wendungen in der Geschichte vorwegnimmt (wenn man es schafft, auch den Klappentext nicht zu lesen). Der Thriller spielt in einem Stadtteil von Los Angeles wo kleine Kinder froh sind, überhaupt in die Schule zu können, wo die Arbeitslosigkeit groß ist und Abhängigkeiten an der Tagesordnung stehen.
In diesem Viertel gedeihen alle Art von illegalen Aktivitäten und Gangs beherrschen die Straßenzüge sobald es dunkel wird. Lola ist eine Figur, die ein bisschen was aus allen Ecken abbekommen hat: eine schwierige Kindheit, in der kein Vater anwesend war, die Mutter drogenabhängig, und sie sich noch um ihren kleinen Bruder zusätzlich kümmern musste.

Sie hat sich aus dieser Zeit herausgekämpft und etwas aufgebaut, allerdings nicht das was der rechtschaffene Bürger als solches bezeichnen würde. Man hat aber das Gefühl, sie hat aus ihren Chancen noch das Beste gemacht.

Melissa Scrivner Love lässt ihre Hauptfigur zwischen knallhartem Gangmitglied und fürsorglicher Ersatzmutter schwanken und das Interessante daran ist: man nimmt Lola sowohl das eine als auch das andere ab. Hinzu kommen dann noch die “ganz alltäglichen Probleme”: Zickereien unter Frauen, Eifersucht und Sorge um ihren Mann zum Beispiel. Das scheint nicht in Lolas Alltag zu passen, ist aber dennoch gut eingeflochten.

Dieser Thriller ist also gleichzeitig auch eine kleine Gesellschaftsstudie über dunkle Ecken in L.A. und über allem steht ein (abgewandeltes) Motto: “Eine Frau muss tun, was eine Frau tun muss”.






Erstmals veröffentlicht am 14.12.2019.

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