Die Idee dieses Buches fand ich als Katzenliebhaberin natürlich sehr spannend und so musste ich es unbedingt anfragen. Was wäre, wenn eine Katze nach ihrem Tod noch “bleiben” könnte? Alex Howard lässt Kater Grimalkin dieses mystische Unterfangen durchleben.
Das Tier bleibt zwar als eine Art Geisterwesen am selben Ort, aber springt durch die Zeit. Grimalkin sieht, wer zukünftig in “seiner” Wohnung lebt, wie sie aussieht, was die Menschen essen, wie sie sprechen und analysiert die Errungenschaften und Ereignisse, die in der Zwischenzeit und während seiner “Besuche” stattfanden und -finden.
Für Katzenfans sind die Gedanken und Beschreibungen aus Katzensicht witzig und teilweise sehr vertraut. Wir schreiben unseren Katzen ja durchaus viele quasi-menschliche Eigenschaften zu und gehen natürlich davon aus, dass sie uns verstehen. Daher ist es nur logisch, wenn Grimalkin das auch kann. Er kann lesen und Zusammenhänge verstehen, benimmt sich aber abgesehen davon überaus “kätzisch”. Seine Reaktionen auf Lärm von beispielsweise einem Staubsauger lassen einen fast vergessen, wie intelligent er sein kann. Seine Katzeninstinkte sind dann doch immer wieder stärker.
Aber auch für alle, die nicht mit einer Katze zusammenleben, kann dieses Buch einiges Fantastische und Lehrreiche beinhalten. Die Zeitspanne, die Grimalkin erlebt, reicht von 1902 bis 2022. Zwar spielen die Episoden in Edinburgh, aber abgesehen von einigen interessanten Details und Anekdoten über das Leben dort, sind die historischen und zeitgeschichtlichen Aspekte sicher auch jedem anderswo in Europa vertraut.
Was das Buch aber sicher nicht ist: eine süße Tiergeschichte für Kinder. Man könnten ihnen sicher einige Auszüge, Grimalkin betreffend, vorlesen. In Summe steckt aber auch sehr viel Traurigkeit im Buch, die schon Erwachsenen sehr nahe gehen können.
Erstmals veröffentlicht am 20.09.2026.

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