Mittwoch, 9. September 2020

Die Tote von Dresden von Julius Kron

Dieses Buch habe ich auf lesejury.de für eine Leserunde gewonnen.

(c) hobbyrezensentin.blogspot.com
Julius Kron hat mit Frank Haberking und Anna-Maria Slakow zwei sehr interessante und spezielle (zudem recht verschiedene) Charaktere geschaffen. Beide sind Kriminalkommissare die, als sie knapp einer Suspendierung entgehen, in einem tristen Kellerbüro aufeinandertreffen.

Ohne viel Hoffnung wird ihnen ein alter Fall aufs Auge gedrückt und bald überschlagen sich die Ereignisse. Das gute Tempo und die Spannung stimmen zu Beginn und bis rund zwei Drittel des Krimis gut, flachen gegen Ende leider etwas ab.

Die Idee zur Geschichte ist ebenso vielversprechend und verbindet Vergangenheit und Gegenwart der Opfer und Täter zu einer lange undurchsichtigen Ermittlung. Soweit so gut. Zwei große Probleme tun sich allerdings auf:

Montag, 7. September 2020

Die Erfindung der Null von Michael Wildenhain

Dieses Buch habe ich vom Verlag zur Rezension bekommen. Danke sehr.

(c) hobbyrezensentin.blogspot.com
Diese so eigenwillige fiktive Biografie über einen ehemals gefeierten Mathematiker ist gleichzeitig Abhandlung, Roman, Krimi, Persönlichkeitsstudie und Mikrokosmos einer angeknacksten Psyche. Michael Wildenhain nimmt den Leser mit auf eine abenteuerlich-absurde Reise durch das Leben des Martin Gödeler.

Dessen Laufbahn als Student, Absolvent, Freund, Ehemann, Vater, Geliebter und partner-in-crime von Berlin bis nach Stuttgart führt, wo er schließlich als Nachhilfelehrer hängen bleibt. Den Großteil als Rückblick auf sein Leben erzählt Gödeler selbst, andere Episoden wirken aus der dritten Person seltsam distanziert.

So fragmentiert Gödelers Laufbahn und Leben ist, so wenig greifbar ist auch der Erzählstil.

Dienstag, 1. September 2020

American Spy von Lauren Wilkinson

Dieses Buch habe ich vom Verlag zur Rezension bekommen. Vielen Dank.

(c) hobbyrezensentin.blogspot.com
Dieser Thriller ist zwar ein Agententhriller, aber in vielerlei Hinsicht komplett anders. Der Agent der hier aus der Ego-Perspektive erzählt, ist eine Frau. Und sie ist schwarz. Auch heute wird es nicht so viele von ihnen beim FBI geben, aber die Geschichte spielt großteils auch noch für mehr als 30 Jahren.

Marie Mitchell schreibt ihre Geschichte in ein Tagebuch nieder, das sie ihren Zwillingssöhnen vermachen möchte. Sie sollen darin unter anderem erfahren wer ihr Vater ist. Marie erwähnt natürlich, dass vieles in ihrem Beruf nicht einfach war und als Kinder gingen sie und ihre Schwester beispielsweise schwimmen in Bädern für Schwarze oder fuhren in ebensolche Sommercamps.

Doch sie spielt nie die “Rassismus-Karte” aus, nicht auf eine weinerliche oder Mitleid heischende Art.

Donnerstag, 27. August 2020

Geburtstagskind von Anders Roslund

Dieses Buch habe ich auf vorablesen.de gewonnen.

(c) hobbyrezensentin.blogspot.com
Die Hauptakteure in diesem Stockholm-Krimi, Kommissar Ewert Grens und Infiltrator Piet Hoffmann, sind manchem Leser vielleicht schon bekannt, wenn er dieses Buch startet. Tatsächlich gibt es bisher schon Reihen über die beiden, unabhängig voneinander. Anders Roslund schrieb sie mit Co-Autor Börge Hellström, der 2017 verstarb.

“Geburtstagskind” ist so wohl auch für Roslund eine Art Neustart, hier bringt er Grens und Hoffmann in einer Geschichte zusammen, die fast zwei Jahrzehnte in die Vergangenheit reicht und deren Spuren bis an den Balkan führen.

Grens und Hoffmann scheinen jeder sein Päckchen zu tragen und zwischendurch wird natürlich auch auf ihre jeweilige Vergangenheit Bezug genommen. Doch man kann diesem 556 Seiten starken Kriminalroman mit viel Action auch gut folgen, ohne den beiden Charakteren schon begegnet zu sein.

Donnerstag, 20. August 2020

Abgründe von Hans Hopf

Dieses Buch habe ich vom Verlag zur Rezension bekommen. Vielen Dank.

(c) hobbyrezensentin.blogspot.com
Im Inneren des Umschlags steht unter anderem: “Ein Buch für alle, die sich für die menschliche Psyche und ihre Abgründe interessieren.” Das klingt etwas reißerischer oder besser gesagt voyeuristischer als ich das Buch erlebt habe.

Man muss nicht Psychologie studiert haben um den Ausführungen, Gedanken und Erzählungen von Hans Hopf gut folgen zu können. Er beschönigt nichts, wenn er auch die realen Personen hinter den Geschichten natürlich so gut es geht schützt.

Ja, manche Szenen sind nicht so einfach vorstellbar, dennoch wirkt niemand in diesem Buch “entmenschlicht” oder bloßgestellt. Man sollte wirklich nicht mit dieser Einstellung herangehen, sich Erzählungen erwarten die wie boulevardeske Zeitungsartikel oder “True-Crime”-Stories daherkommen.