Freitag, 4. November 2016

Vaters unbekanntes Land von Bernd Stäber

Ein Buch aus dem Büchervorrat und Vorgänger von "Kalt wie Nordlicht".


Buchcover
Quelle: www.amazon.de
Zwar dauert es hier ein bisschen lange, bis der Fall und die Ermittlungen Fahrt aufnehmen, dafür bleibt aber zu Beginn Zeit, die für einen ersten Roman einer Serie notwendigen Erklärungen einzubauen. Behutsam wird der Leser gemeinsam mit Hauptfigur Arne Eriksen, ein Berliner Psychologe mit nordischen Wurzeln, an Norwegen herangeführt. Eine authentische Beschreibung Eriksens Reise von Berlin nach Haugesund, die sich an Landschaft, Wetter und Fähren orientiert, geht nahtlos in ein erstes wichtiges Treffen zwischen Arne und einem zukünftigen guten Freund über. Frode, ein etwas eigenbrötlerischer Musikjournalist, gibt der Geschichte über das ganze Buch hinweg immer wieder einen sehr bodenständigen Touch, auch wenn er die eine oder andere Dose Bier zu viel trinkt. Die Polizei von Bergen ist vor ein Rätsel gestellt: ein Sohn einer reichen Verlegerfamilie verschwindet.
Im Umfeld finden sich keine Hinweise. Der Entführte stirbt, sein Kopf wird gefunden. Da die Ermittlerin mit Frode befreundet ist, wird Arne fast gegen seinen Willen (und seine akuten persönlichen Probleme) hinzugezogen, er soll ein Profil zum Täter erstellen.
Arne, der mit seiner Vergangenheit zu kämpfen hat, versucht diese auf „nordische“ Art zu bekämpfen und kommt durch eine Mischung aus Mystik und Zufall auf einen möglichen Lösungsansatz.
Stäbers frischer, klarer Schreibstil steht fast im Widerspruch zu der traurigen, düsteren Thematik, die der Roman entwickelt. Er schildert die Psyche der beteiligten Personen glaubhaft, auch die Motivation des Täters ist nachvollziehbar. Wahrscheinlich hätte die Geschichte auch mit weniger Mystik funktioniert, Arne hätte andere Hinweise finden können, um die richtige Spur zu finden. Aber dann würde dem Buch wiederum ein interessantes Stück Norwegen fehlen.

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