Dienstag, 7. März 2017

Cruelty von Scott Bergstrom

Dieses Buch habe ich auf www.lovelybooks.de für eine Leserunde gewonnen.


Quelle: lovelybooks.de

Leider wirkt es, als hätte der Autor sich bezüglich des Genres nicht entscheiden können. Er mischt Jungendbuch (die Hauptfigur ist einen großen Teil der Geschichte über 17 Jahre alt) mit einem grundsätzlich nicht uninteressanten Agenten-Thriller. Zu diesem hätte jedoch eine erwachsenere Version von Gwendolyn, der 17-Jährigen, besser gepasst. So ist es doch an einigen Stellen überraschend, wie schnell sie ihre Unbefangenheit ablegt, ihre Wut auf ihren Vater überwindet und auf eigene Faust nach ihm sucht. Er ist nach einer Dienstreise nicht zurückgekehrt.
Zusätzlich dazu, dass Gwen, wie sie von ihrem Vater, der sie seit dem Tod der Mutter alleine großzieht, genannt wird, sich schnell in ihre neue Rolle einfindet, hat sie in allzu vielen Aktionen und mit einigen Entscheidungen mehr als nur Glück. Zu oft hätte sie wohl schon vor Ende des Buches sterben müssen. Da das Buch dann aber immer noch einige Seiten aufweisen kann, ahnt der Leser schon, wie es weitergeht.
Andere Stellen wiederum gehen zu schnell und etwas mehr Mühe für Gwen wäre durchaus realistisch gewesen. Dann hätte das Buch noch mehr Seiten bekommen. Wie man es dreht und wendet, an mehreren Ecken fehlt der grundsätzlich sehr guten Idee doch das gewisse Extra um voll überzeugen zu können.

Da der Plot an sich, wie ich finde, sehr gut zu einem erwachsenen Agenten-Thriller passen würde, fehlt da oft eine Prise Realismus. Diese lässt sich in einem Jungendroman wiederum besser verschmerzen. Da dieses Buch in der Hinsicht aber weder Fisch noch Fleisch zu sein scheint, und zusätzlich viele Fragen am Ende offenbleiben (um eine Fortsetzung zu ermöglich, was allzu gewollt erscheint), hat mich dieser „Thriller“ leider eher enttäuscht. Immerhin schafft der Autor es durch den flotten, unaufgeregten Schreibstil und die sehr gelungenen Ortsbeschreibungen immer wieder Spannung aufkommen zu lassen.


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