Dienstag, 5. Juli 2016

Das Böse in euch von Rhena Weiss

Dieses Buch habe ich in einer Leserunde auf www.leserunden.de gelesen und hier schon kurz vorgestellt.


Quelle: www.amazon.de

Rhena Weiss wirft in diesem Thriller einige Fragen auf, die sich der Leser im Verlauf des Buches öfter selbst stellen muss. Wie sehr beeinflussen Kindheitserlebnisse das, was wir später tun? Wie gut kenne ich Menschen, denen ich täglich in der Freizeit oder im Beruf begegne, wirklich? Und wie gut kenne ich mich selbst? Käme ich damit zurecht, wenn sich grundlegende Parameter in meinem Leben von einem Tag auf den anderen ändern?
Genau damit muss Michaela Baltzer, Ermittlerin des Landeskriminalamts, neben ihrer ohnehin fordernden Arbeit fertigwerden, denn da ihr Bruder und seine Frau ein Jahr beruflich in Afrika verbringen, zieht ihre Nichte Valerie bei ihr ein. Doch weil sich der Teenager selbst eine Zukunft bei der Polizei vorstellen kann und seine Neugier nicht unter Kontrolle hat, sind nicht nur Alltagsstreitigkeiten vorprogrammiert.
Und nebenbei soll Michaela gemeinsam mit zwei Kollegen eine Entführungsserie beenden. Mädchen verschwinden scheinbar ohne Zusammenhang und die, die wieder auftauchen, sind tot. Mehrfach sind die Ermittler gefordert, den Blickwinkel zu ändern, neue Spuren miteinzubeziehen und dabei werden sie selbst psychisch immer weiter in diese grausamen Verbrechen hineingezogen. Michaela fällt es, auch bedingt durch das Interesse ihrer Nichte an diesem Fall, zusehends schwerer, professionelle Distanz zu wahren. Und doch führt genau diese Eigenschaft, gepaart mit der Hartnäckigkeit der kämpferischen Polizistin, schließlich zur Lösung.
Mit den großteils sehr authentischen Hauptcharakteren und den Perspektivwechseln zwischen Ermittlern, Mädchen und Täter hält die Autorin die Freude am Lesen und die Spannung aufrecht. Mit der Stadt Wien hat sich der perfekte Ort für die Handlung gefunden, doch auch wer die österreichische Hauptstadt nicht kennt, kann den Geschehnissen ohne Probleme folgen. Ein paar Kleinigkeiten in Dialogen oder Reaktionen der Personen sowie bestimmte Ausdrücke fügen den richtigen Touch Lokalkolorit hinzu – auch wenn Wien eine Millionenstadt ist.
Dieses Buch ist eine runde Sache und wer es schafft, den Klappentext nicht (oder nicht allzu intensiv) zu lesen, kann seine eigenen Ermittlerinstinkte spielen lassen und wird den einen oder anderen Überraschungsmoment erleben.

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