Freitag, 17. Juni 2016

Der Rosenringmörder von Dominik Ruder

Dieses Buch habe ich über www.rezi-suche.de bekommen und hier schon vorgestellt.


Buchcover
Quelle: amazon.de
Zuerst muss man den Mut loben, den dieser sehr junge Autor aufbringt und um seine Leidenschaft, das Schreiben, auszuleben und an die Öffentlichkeit zu bringen nimmt er als Selfpublisher einiges auf sich.
Zum Buch: Die Geschichte, vor allem den Aufbau und Wendungen darin, kann man nicht mit jenen von arrivierten, lebenserfahrenen Autoren vergleichen. Auch wenn das einem häufigen Krimi-Leser schwerfällt. In die Charaktere, allen voran die beiden Ermittler Rex Jordan und Lana Deier, kann man sich großteils gut hineinversetzen, allerdings macht Rex für meinen Geschmack gegen Ende des Buches doch sehr schnelle und radikale Stimmungswechsel durch. Lustig dabei ist die Tatsache, dass er genau dies bei einer der als Verdächtige befragten Personen kritisiert. Der Fall der beiden Polizisten dreht sich um einen ermordeten Rentner, der sich mit seiner cholerischen und rückständigen Art
unter seinen Nachbarn viele Feinde geschaffen hat. Besagte Nachbarn werden reihum verhört, täglich die Bewohner eines Hauses. Die Tage sind sehr klar strukturiert und zu Beginn erfährt man leider auch nicht viel davor und dazwischen. Aufstehen, recherchieren, verhören, Bericht schreiben, heimfahren, schlafen. Und wieder von vorne. Später im Buch wird das besser.
Über die Auflösung des Falls will ich gar nicht viel erzählen, nur so viel, dass mich Rex‘ Vorgehen doch etwas erstaunt hat, sowohl was das Thema Hausfriedensbruch als auch seine Verhörtaktik angeht.

Der klare, schnörkellose Stil des Autors kann ab und an mit einer unüblichen Metapher überraschen. Leider gibt es immer wieder Wiederholungen, sowohl Wörter als auch sinngemäß, auch in den Dialogen zwischen Lana und Rex. Dass das Buch korrekturgelesen wurde, hat mich überrascht, da doch sehr viele Fehler aller Arten aufgetaucht sind (Groß-/Kleinschreibung, fehlende/falsche Buchstaben, Fallfehler und einiges anderes). Dass bei einem Buch, wo kein Verlag samt Lektorat dahintersteht, Fehler vorkommen, ist natürlich grundsätzlich verständlich. Leider trübt die hohe Summe der Fehler hier das Allgemeinbild und färbt unbewusst auf die Geschichte ab. Ich weiß nicht, wer in diesem Fall das Buch vor Veröffentlichung gelesen hat, könnte mir aber vorstellen, dass ein (ehemaliger) Lehrer eine gute Alternative zu einem teuren Lektor wäre.

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