Samstag, 29. Oktober 2016

Der Angstmann von Frank Goldammer

Dieses Buch habe ich für eine Leserunde auf www.lovelybooks.de gewonnen.


Quelle: www.vorablesen.de

Ein gänzlich anderer Held als in vielen Kriminalromanen spielt hier die Hauptrolle. Max Heller ermittelt, aber nicht mit privaten Problemen behaftet, sondern durch die Umstände Dresdens von 1945 eingeschränkt. Der Autor zeichnet einen Mann, der nur seinen Prinzipien treu ist und sich weder vom Nationalsozialismus noch den Sowjets einnehmen lässt. Von der Zerstörung und den schwierigen Lebensbedingungen gezeichnet, stolpert Heller durch Dresden, aber er fällt nicht.

Als er einem grausamen Frauenmörder auf der Spur ist, stellt die Bombardierung der Stadt seine Pläne auf den Kopf. Aufgrund der wohl umfangreichen und detaillierten Recherche und Wiedergabe der damaligen Zustände und Empfindungen der Dresdner schafft es der Autor, den Leser immer wieder vom Fall abzulenken. Oft steht Heller und in Gedanken mit ihm der Leser vor der Frage, was das dringendste Problem ist – Essen organisieren, persönliche Sicherheit
oder die Verantwortung anderen, den Opfern, gegenüber? Es ist eine Gratwanderung für Heller, der am liebsten alles erledigt haben möchte und sich dabei immer wieder selbst in Gefahr begibt. Doch in den entscheidenden Momenten ist ihm das Glück hold, auch wenn er und seine Frau materiell gesehen alles verloren haben und auch Max keiner bezahlten Arbeit mehr nachgehen kann.

Als er dann Unterstützung bei seinen Nachforschungen bekommt, läuft er dennoch einigen falschen Fährten hinterher, die der Autor gekonnt einbindet. Vieles scheint möglich, doch immer wieder fehlt ein Puzzlestück und es ist klar, dass die endgültige Auflösung noch verstörender sein muss, als angenommen. Die verschiedenen Hauptcharaktere bilden hier das Spektrum der damaligen Bevölkerung und der unterschiedlichen Meinungen, die (mal mehr, mal weniger) unterschwellig aufeinandertrafen.

Das alles macht die Arbeit für Heller nicht einfach, doch seine Hartnäckigkeit wird belohnt. Zusätzlich zur Lösung des Falls taucht zum Schluss noch ein Silberstreif am Horizont auf, der eine mögliche Rückkehr in (fast) sein altes Leben verheißt und gleichzeitig einen zweiten Band mit Heller ankündigt. Möge die Zeit bis dahin schnell vorbeigehen.

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