Freitag, 22. Januar 2016

Die dunkle Talion von Wolfgang Haupt

Dieses E-Book habe ich auf www.lovelybooks.de für eine Leserunde gewonnen und hier schon kurz vorgestellt, daher gibt es jetzt nur die Rezension.

Quelle: lovelybooks.de
Wer gerne mitreißende Thriller liest, die historischen und (immer noch) aktuellen Bezug haben und noch so ganz nebenbei eindringlich Gesellschaftskritik über, ist hier genau richtig. Die Geschichte springt zwischen Pierre Larut und Karim, den zwei Hauptakteuren, hin und her. Beide, der Polizist im Ruhestand und der Algerier, der sich als Taschendieb durchschlägt, werden von höheren Mächten getrieben und ausgenutzt. Welche Verbindungen es gibt und wem sie vertrauen können und wer sie hinters Licht führt, merken sie erst nach und nach.
Eine Hetzjagd beginnt. Hat die Anschlagsserie in Marseille etwas zu tun mit dem toten Anwalt, der hingerichtet in einer Grube im Dorf Saint-Lemis gefunden wird? Ausgerechnet dort, wo Pierre Larut bis vor einiger Zeit noch hauptberuflich ermittelt hat. Er stellt schnell einen Zusammenhang zu einem sehr ähnlichen Fall vor zwölf Jahren her. Wurden beide Männer mit der selben Waffe ermordet?
Eigentlich unmöglich, doch Larut lässt nicht locker und stöbert in Marseille Unterstützung in Form von Émile Revian, ebenfalls Polizist, auf.
Die beide decken auf, wie sehr Frankreich immer noch an den Folgen des Algerienkriegs zu knabbern hat und suchen nach einer ominösen Liste, auf der Personen des OAS (Organisation de l’Armée Secrète) notiert sein sollen. Nur diese können ihnen helfen, den Fall von vor zwölf Jahren zu lösen, soll diese Liste doch damals für den Ermordeten das Todesurteil und für Laruts Ex-Kollegen Ranfort das Gefängnis bedeutet haben. Revian und Larut entknoten die Zusammenhänge langsam und kommen damit nicht nur dem Attentäter, sondern auch einem gefährlichen Ende immer näher.
Mit seinem klaren, eindringlichen Schreibstil schafft der Autor eine Atmosphäre, der man sich nicht entziehen kann. Er verbindet Fiktion und historisch gewachsene Probleme so gekonnt, dass sich jegliche Ereignisse echt und beklemmend anfühlen. Und um diesen Thriller zu genießen, muss man kein Historiker sein, einen kleinen Überblick erhält man im Laufe der Lektüre und am Ende des Buches findet sich ein Register mit den wichtigsten Begriffen und Abkürzungen.

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