Montag, 18. Januar 2016

Saurer Wein: Lehrstunden des Schicksals von W.A.Wolff

Dieses E-Book habe ich auf www.lovelybooks.de für eine Leserunde gewonnen und hier schon kurz vorgestellt, daher gibt es jetzt nur die Rezension.

Buchcover
Quelle: lovelybooks.de
Dieses Buch lässt sich in keine Schublade stecken. Wie im „richtigen Leben“ ist es ein Mix aus sehr vielen Genres: Krimi, Liebesgeschichte, Spionagethriller, Mafiaroman, Schicksalserzählung,… und immer, wenn eine Thematik sich anschickt, das Kommando zu übernehmen, wechselt der Schauplatz, die Stimmung oder es passiert etwas, das wieder eine andere Komponente spürbar und erlebbar macht.
Erlebbar ist auch sehr gut der Alltag der handelnden Personen: Marc und Sam, seit zehn Jahren verheiratet meistern eine kleine Ehekrise mit gegenseitigem Vertrauensverlust, sind selbst oder durch die Familie konfrontiert mit Intrigen, Entführung, Erpressung und Jobverlust. Um das Buch nicht über Monate gehen zu lassen, müssen die Ereignisse in kurzer Zeit stattfinden und überrollen so die beiden ziemlich und als Leser hat man das Gefühl, dass so viel Entsetzliches in kurzer Zeit eigentlich niemand aushalten kann.
Schlussendlich gelingt es aber, weil die beiden zusammenhalten und auch die zerrütteten Familienbande werden neu geknüpft.
Nicht nur diese beiden, sondern im Grunde alle erwähnten Personen durchleben in diesem Buch wahrhaftig ihre persönlichen Schicksalsstunden. Gerade bei so einer Handlung muss es schwierig gewesen sein, einen passenden Titel zu finden, aber hier ist es sehr gut gelungen.

Die Handlung spielt großteils in San Francisco und schön amerikanisch hat die Geschichte auch für alle, die sich nichts zuschulden kommen ließen oder zumindest aufrichtig bereuen, ein gutes Ende. Die Beruhigung, die dies am Ende dem Leser verschafft, hat man auch dringend nötig, denn die diversen Nebenschauplätze und offenen Fäden der Geschichte werden am Ende (nicht nur sprachlich) kunstvoll zusammengewoben. Durch viele wichtige und auch actionreiche parallele Handlungen wird der Leser gegen Ende in einen Strudel der Ereignisse gerissen, der sich immer schneller dreht und einen dann – wie schon erwähnt – beim Happy End ausspuckt.
Der knappe, klare Stil des Autors, gespickt mit speziellen, sehr aufmerksamen Beschreibungen von Gebäuden, Räumen oder Personen, unterstreicht gut die jeweiligen Szenen. Ob Schusswechsel, Schlägerei, Yogastunde oder eine Fahrt zu San Franciscos Sehenswürdigkeiten, es wird immer die richtige Stimmung kreiert.

Womit man sich anfreunden muss, ist ein spiritueller, übersinnlicher Touch, den das Buch in erster Linie durch Sams spezielle Albträume bekommt. Er schien für mich nicht so gut zu den sonst gut gewählten, eher nüchternen, alltäglichen Themen zu passen, bildet aber einen netten Kontrast dazu und macht es erst möglich, dass am Ende wirklich alles ineinandergreift. Aha-Erlebnis inkludiert.

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